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StadtParterre Wien | FWF

StadtParterre Wien

Projektnummer: V475-G27 Richter-Programm


Ansprechpersonen

Angelika Psenner
Klaus Kodydek


Finanzierung

FWF


Inhalte & Schwerpunkte

Die Wiener StadtParterre‐Situation liegt im zentralen Focus von Stadtforschung und Stadtverwaltung. Zum einen weil das rasche Wachsen der Bevölkerung die Suche nach Raumpotentialen dringlich macht und dennoch Leerstand und Unternutzung der Erdgeschoße Überhand nehmen; Zum anderen, weil die Frage der Umweltbelastung durch motorisierten Individualverkehr so zentral geworden ist, sodass sie nicht länger in den Hintergrund diskutiert werden kann. Über den tatsächlichen Zusammenhang zwischen Bebauungsstruktur, EG ‐Nutzung und Nutzung des Straßenraums ist wenig bekannt, da Stadt ‐ und Katasterpläne traditionell an der Gebäudeaußenkante enden. Was sich im Kern der einzelnen, die Straße fassenden Bauten abspielt wird aus stadtplanerischer Sicht nicht erfasst. Die StadtParterre‐Idee erfasst die Parterrezone einer Stadt als Ganzes: umbaute und nicht umbaute Areale – also Straße, Erdgeschoß und Hof – werden als Einheit behandelt, sodass Interrelationen zum Vorschein treten. Denn im realen Stadtraum stehen die Potenziale der Erdgeschoßnutzung in direkter Abhängigkeit zur Konstitution des korrelierenden Straßenraums – und umgekehrt. Ausgehend von diesem Grundkonzept beschäftigt sich die vorliegende Studie mit folgenden Fragen:

Wie hängt öffentlicher Raum mit dem Leben im Haus zusammen? Dieser Aspekt umfasst eine ausführliche Nutzungsstrukturanalyse, unter Betrachtung von sowohl historischen, als auch aktuellen Daten und unter Anwendung der, in den vergangenen zwei Jahren, im Rahmen einer Pilotstudie entwickelten 3D ‐ZPA Methodik.

Kann ein StadtParterre, dessen Fassaden die Stadtbildschutz ‐gemäßen Vorgaben zwar erfüllt, dessen Erdgeschoß jedoch von vitaler Alltagsnutzung entleert ist – wo nur mehr Lagerräume, Abstellkammern, Garagen zu finden sind und dessen öffentlicher Raum von privaten Gütern (Autos) okkupiert wird – trotzdem attraktiv (funktionell) sein? Genügt die monostrukturale Form der Nutzung von StadtParterre dem öffentlichen Charakter des Kulturgutes Stadtraum?

Welche baulichen bzw. organisatorischen Maßnahmen und welche Nutzungsstrukturen wirken positiv auf das StadtParterre und damit auf die Stadt? Gilt es etwa den aus historischer Sicht belegten halböffentlichen Charakter des Wiener Erdgeschoßes sicherzustellen?

Ziel der Studie ist es, in Form der sog. 3 ‐Dimensionalen Zusammenhängenden Parterreaufnahme 3D ‐ ZPA entsprechende Daten zu erarbeiten. Denn erst wenn genaue Informationen über den Sachverhalt vorliegen, können Rückschlüsse auf eventuell bestehende Zusammenhänge gezogen werden. Auf Basis dieser morphologischen Analyse des StadtParterres sollen also stichhaltige Argumente für ein – möglicherweise radikales – Umdenken in Bezug auf die Nutzung von Erdgeschoß und Straßenraum geliefert werden. Zudem wird durch die Erarbeitung der 3D ‐ZPA nicht nur ein fundamentales Tool zur Überprüfung und Rückkopplung von stadtspezifischen Forschungsansätzen geschaffen, sondern auch ein für die reale Planungsarbeit geeignetes Instrument bereitgestellt. Die 3D ‐ZPA ermöglicht eine umfassende stadtsystemische Untersuchung der Parterre ‐Problematik, ebenso wie das Ausloten von konkreten erfolgversprechenden Ansatzmöglichkeiten für Architektur ‐ und Stadtforschung.

Visualisierung der Auswirkung von EG-Garagen auf PassantInnen; Dreidimensionales Stadtparterre-Modell (Ausschnitt), Abbildung: Jan Looman im Auftrag von Angelika Psenner
Visualisierung der Auswirkung von EG-Garagen auf PassantInnen; Dreidimensionales Stadtparterre-Modell (Ausschnitt), Abbildung: Jan Looman im Auftrag von Angelika Psenner
„StadtParterre-Nutzungen um 1910“, Zusammenhängender Parterre-Plan, Angelika Psenner

„StadtParterre-Nutzungen um 1910“, Zusammenhängender Parterre-Plan, Angelika Psenner


 Verweise

Gemeinsame Konzepte für Straßen, Höfe und Erdgeschoß (TU Wien)

Die Stadt von unten betrachtet (TU Wien)

Frauen in der Forschung Fördern (inwien.at)

Video_wien.at (youtube)